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Eigenen Minecraft-Server erstellen und mit Freunden spielen

Lukas
Lukas · Earthdice
Gründer · 28. Juli 2026 · 5 Min. Lesezeit

Vorweg: Ich betreibe Chunklink, einen Hosting-Dienst für genau das Problem, das dieser Text löst. Die Anleitung ist trotzdem vollständig. Am Ende weißt du, ob du selbst hosten willst, und wenn ja, wie.

Das Ziel ist immer dasselbe: eine Welt, in die deine Freunde von zu Hause aus reinkommen. Der erste Teil des Wegs ist einfacher, als sein Ruf. Der zweite Teil hängt von etwas ab, das dir dein Internetanbieter nie erzählt hat. Dazu später.

Was du brauchst

Einen Rechner, der anbleibt, solange gespielt wird, mit mindestens 4 GB freiem Arbeitsspeicher. Dein normaler PC reicht, auch wenn du darauf gleichzeitig spielst, solange er nicht schon am Limit läuft.

Java 25 installieren

Minecraft 26.2 braucht Java 25, ältere Versionen starten den Server nicht. Der Minecraft-Launcher bringt sein eigenes Java mit, der Server nicht.

Lade Java von adoptium.net (Temurin 25), oder auf Windows direkt im Terminal:

winget install EclipseAdoptium.Temurin.25.JDK

Auf dem Mac: brew install --cask temurin@25. Prüfen mit java -version: Steht dort eine 25, passt es.

Server herunterladen und starten

Lade die server.jar von der offiziellen Downloadseite und leg sie in einen eigenen Ordner, etwa minecraft-server. Der Server packt seine Welt und Konfiguration dorthin, wo er liegt.

Erster Start im Terminal, in diesem Ordner:

java -Xmx4G -Xms4G -jar server.jar nogui

4G heißt 4 GB Arbeitsspeicher. Hast du wenig übrig, tun es auch 2G.

Der erste Start bricht sofort ab, das ist Absicht: Im Ordner liegt jetzt eine eula.txt. Öffne sie, ändere eula=false zu eula=true, speichere. Damit akzeptierst du die Minecraft-Nutzungsbedingungen. Beim zweiten Start generiert der Server die Welt und läuft.

Damit du den Befehl nicht jedes Mal tippst, leg auf Windows eine start.bat in den Ordner:

@echo off
java -Xmx4G -Xms4G -jar server.jar nogui
pause

Doppelklick startet ab jetzt den Server. Gestoppt wird er sauber mit dem Befehl stop in der Serverkonsole, nicht mit dem Schließen des Fensters.

Zwei Einstellungen, bevor jemand beitritt

In der server.properties (einfache Textdatei, Server vorher stoppen):

  • white-list=true — nur eingeladene Spieler kommen rein. Freunde fügst du in der Serverkonsole hinzu: whitelist add DeinFreund. Ein offener Minecraft-Port wird innerhalb von Stunden von Bots gefunden; ohne Whitelist steht deine Welt fremden Leuten offen.
  • online-mode=true lassen. Auf false verzichtet der Server auf die Prüfung der Minecraft-Accounts. Das öffnet die Tür für Account-Fälschung, und du brauchst es nicht.

Jetzt der erste Test: Alle im selben WLAN können schon beitreten. Deine lokale Adresse findest du auf Windows mit ipconfig (die Zeile „IPv4-Adresse“, meist 192.168.…). Diese Adresse gibst du in Minecraft unter „Server hinzufügen“ ein. Läuft das, ist der Server fertig. Alles ab hier ist nur noch Netzwerk.

Freunde übers Internet reinlassen

Der klassische Weg ist eine Portfreigabe: Du sagst deinem Router, dass Anfragen auf Port 25565 (TCP) an deinen Rechner gehen. In der Fritz!Box unter „Internet → Freigaben → Gerät für Freigaben hinzufügen“. Wichtig: Gib deinem Rechner vorher in der Fritz!Box eine feste lokale Adresse („Diesem Netzwerkgerät immer die gleiche IPv4-Adresse zuweisen“), sonst zeigt die Freigabe irgendwann ins Leere.

Zweites Problem: Deine öffentliche IP-Adresse ändert sich, bei vielen Anschlüssen täglich. Deine Freunde wollen aber eine Adresse, die bleibt. Dafür gibt es dynamisches DNS; in der Fritz!Box ist mit MyFRITZ! schon eins eingebaut („Internet → MyFRITZ!-Konto“). Deine Freunde tragen dann deinname.myfritz.net ein statt einer Zahlenkolonne.

Bis hierhin klingt es nach zwei Abenden Arbeit. Ob es dabei bleibt, entscheidet dein Anschluss.

Der Haken: DS-Lite

Portfreigaben setzen voraus, dass dein Anschluss eine eigene öffentliche IPv4-Adresse hat. Viele haben das nicht mehr: Kabel- und Glasfaseranbieter (Vodafone Kabel, o2, PŸUR und andere) schalten Anschlüsse häufig auf DS-Lite. Dabei teilst du dir eine öffentliche IPv4 mit anderen Kunden, und von außen kommt über IPv4 nichts mehr bei dir an. Das Gemeine: Das Freigabe-Menü im Router funktioniert trotzdem, es sieht alles richtig aus, nur verbinden kann sich niemand.

Prüf das zuerst, bevor du irgendwas konfigurierst: In der Fritz!Box-Übersicht steht bei der Internetverbindung dann „IPv4 über DS-Lite“. Steht dort eine IPv4-Adresse, die mit 100. beginnt, ist es CGNAT, dasselbe Problem unter anderem Namen.

Hast du DS-Lite, gibt es vier Auswege:

  1. Beim Anbieter Dual-Stack beantragen. Ein Anruf oder ein Eintrag im Kundenportal, Stichwort „echte IPv4-Adresse“ oder „Dual Stack“. Manche Anbieter stellen kostenlos um, manche nur gegen Aufpreis, manche gar nicht. Der beste Ausgang, wenn er klappt.
  2. Nur über IPv6 hosten. IPv6 hast du bei DS-Lite immer, und dafür funktionieren Freigaben. Der Haken: Jeder einzelne Mitspieler braucht ebenfalls IPv6, und genau das weißt du vorher nicht. Im Uni-WLAN oder in manchen Firmennetzen fehlt es bis heute.
  3. Ein privates Netz mit Tailscale oder ZeroTier. Alle installieren eine App und landen in einem gemeinsamen virtuellen Netzwerk, in dem dein Server erreichbar ist, ganz ohne Freigaben. Technisch die sauberste Lösung, oft mit direkter Verbindung und gutem Ping. Der Preis: Jeder Freund muss eine App installieren und ein Konto anlegen, und du verwaltest, wer drin ist.
  4. Ein Tunnel wie playit.gg. Ein Programm läuft bei dir und baut die Verbindung nach draußen auf; deine Freunde bekommen eine normale Serveradresse und müssen nichts installieren. Die kostenlose Stufe reicht für Minecraft. Dafür läuft jeder Block, den ihr setzt, über die Server eines Drittanbieters, was Ping kostet und euch von dessen Verfügbarkeit abhängig macht.

Keiner dieser Wege ist schlecht. Aber merkst du, was passiert ist? Aus „Port freigeben“ ist ein Entscheidungsbaum geworden, und welcher Zweig für euch funktioniert, hängt von den Anschlüssen aller Beteiligten ab.

Woran keiner denkt: der Betrieb danach

Der Server läuft nur, solange dein Rechner läuft. Für den Spieleabend ist das egal, für „lass uns doch schnell weiterbauen, du bist ja nicht da“ nicht mehr. Dazu kommt Pflege in kleinen Dosen: Bei jedem Minecraft-Update eine neue server.jar einspielen, sonst kommen aktualisierte Clients nicht mehr rein. Und Backups: Der Weltordner (world) ist deine einzige Kopie. Server stoppen, Ordner wegkopieren, am besten regelmäßig, spätestens vor jedem Update.

Nichts davon ist schwer. Es ist nur ab jetzt dein Job.

Selbst hosten oder nicht?

Wenn dich der Weg hierher gereizt hat, ist die Antwort einfach: Mach es. Ein eigener Server ist ein schönes Wochenendprojekt, und nebenbei verstehst du dein Heimnetz besser als vorher.

Wenn du beim Wort „Entscheidungsbaum“ innerlich ausgestiegen bist, auch: Genau für diesen Fall baue ich Chunklink. Klick, Adresse kopieren, nach rund fünf Sekunden steht ihr in der Welt. Server in Deutschland, immer die aktuelle Minecraft-Version, Backups inklusive. Die ersten 8 Stunden sind gratis, ohne Karte: Starte einen Server.

Und wenn du wissen willst, wie sich das gegen Aternos, Realms und exaroton schlägt: Hier ist der ehrliche Vergleich.

Bis zum nächsten Post!

Lukas

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